Puhh.. Scheinbar wird es dringend Zeit, dass ich einen Artikel über devote Männer schreibe. Warum? Vor jedem Artikel recherchiere ich das Thema für euch ausführlich und lese mir auch andere Meinungen dazu durch. Ich möchte euch ja schließlich umfassend informieren und natürlich auch meinen Horizon erweitern, bevor ich einen Artikel schreibe.

Doch jetzt bin ich doch etwas erstaunt. Wenn ich „devoter Mann“ bei Google eingebe, dann findet man im Gegensatz zur „devoten Frau“ sehr wenig gute Artikel. Die meisten Artikel sind von Dating Seiten geschrieben oder man findet Foreneinträge, in denen das Thema behandelt wird. Aber wo sind die ganzen BDSM-Blogs, die dieses Thema angehen?! Sind denn alle SM-Blogs nur für devote Frauen und dominante Männer geschrieben? Es scheint fast so. Wie ist deine Meinung? (Bitte Kommentar)

Was soll ich sagen… Das Internet scheint meinen Artikel dringend zu brauchen. *lach*

Von der Stärke des devoten Mannes

Obwohl heut zu Tage eigentlich kein klassisches Rollenbild der Geschlechter mehr existieren sollte, ist das Bild vom starken Mann, der die Familie ernährt und von der schwachen Frau, die sich um den Haushalt und um die Kinder kümmert, immer noch fest bei uns verankert.

Ich kenne ein Pärchen, bei denen der Mann ein Jahr Elternzeit gemacht hat und die Frau nach 2 Monaten wieder arbeiten gegangen ist. Jetzt denkst du dir bestimmt „ja warum denn auch nicht?“ und so dachte ich auch, aber der Mann wurde von seinen Kumpels gefragt, ob „seine Frau ihm die Eier abgeschnitten hat“ und die Frau wurden als Rabenmutter dargestellt, weil sie lieber arbeiten geht, anstatt sich um ihr Kind zu kümmern. Den Begriff „Rabenmutter“ gibt es übrigens nur im deutschen Sprachgebrauch. Das klassische Rollenbild vom Mann als Ernährer und der Frau hinter dem Herd gibt also auch noch im 21. Jahrhundert. Traurig, aber wahr.

Da haben es die devoten Frauen und dominanten Männer scheinbar leichter. Denn spätestens seit 50 Shades of Grey ist das Thema BDSM salonfähig geworden. Und ein Mann, der seine Frau „so richtig verhaut“ ist fast schon sowas wie cool. Als Frau kann man mittlerweile sogar öffentlich sagen, dass man es gerne härter mag. Zu viele Details sind dann aber auch nicht serwünscht. 😉

Der devote Mann wird jedoch belächelt. Ich habe Forenbeiträge von Frauenseiten gelesen, in denen diskutiert wird, ob ein devoter Mann überhaupt noch ein Mann ist. Ein Artikel fand ich auch mit dem Namen „Mann oder Memme“. Nicht sehr ermutigend für jeden submissiven Mann, zu seiner Neigung zu stehen. Liebe Damen und liebe Herren, es ist Zeit für ein bisschen Aufklärung.

Für mich ist ein devoter Mann, der zu seinen Neigungen steht, ein wirklich starker Mann!

Die Vorzüge eines devoten Mannes

Ich habe meinen Weg zum BDSM, als devote Frau begonnen und lebte 8 Jahre lang mit einem ausschließlich dominanten Mann zusammen. Es war eine sehr intensive Zeit, in der ich viel über mich lernte. Ich war Anfang 20 und mir eröffnete sich eine spannende neue Welt. Mehr dazu unter: Meine Neigung zeigte sich früh
Unser Sexualleben fand überwiegend an meinem Körper statt, wie ich irgendwann mal recht trocken feststellte. Wie ist das gemeint? Es machte ihn geil, mir Schmerzen zuzufügen und mich zu benutzen. Klar fand er es auch schön, wenn ich ihm einen blase, aber noch geiler fand er es, dabei meine Haare fest zu packen und mir seinen Schwanz in den Mund zu rammen.. Und jaaa, ich habe es auch geliebt. 😉 Normaler Sex war auch immer etwas härter und Kuschelsex gab es nie. Ein Kuschelsex Versuch endete damit, dass er mich ordentlich durchnahm und mir dabei ins Gesicht schlug. Na ja, er hat sich Mühe gegeben. *lach* Fast alle sexuellen Aktionen haben daher an meinen Körper stattgefunden.

Nachdem der erste BDSM-Kick jedoch vorbei war, wünschte ich mir einen Partner zu haben, der sich auch mal fallen lassen kann. Einen Mann, den auch ich mal benutzen kann. Jemanden, an dem ich mich ausprobieren kann. Ich wollte spüren, wie es sich anfühlt über jemand anderen die Macht zu haben. Ich wollte wissen, wie es sich anfühlt, wenn ein Mann vor mir kniet. Und ich wollte für ihn die Verantwortung übernehmen.

Die Beziehung endete nach 8 Jahren, aber nicht aus sexuellen Gründen. Nach ein bisschen Trauer und Drama 😉 kam ein neuer Partner in mein Leben. Auch hier, vermutlich aus der Macht der Gewohnheit heraus, übernahm ich die devote Rolle und wir hatten als Dom und Sub viel Spaß zusammen. Aber irgendwann sprach er mich darauf an, ob ich nicht auch mal das Zepter in die Hand nehmen möchte. Und er sagte mir, dass er auch gerne mal eine richtige Session als devoter Mann erleben wollte. Er hatte zwar mal die eine oder andere SM-Praktik (Bondage, Analplug, usw.) an sich ausprobieren lassen, aber nur um zu wissen, wie es sich für die Sub anfühlt. Eine Session als submissiver Mann hatte er bis dahin noch nicht erlebt. Wie er mir sagte, fehlte bisher auch die passende Frau dafür.

Unsere erste Session, in der ich die Rolle der Lady Yve übernahm (ja das ist auch mein Name im Spiel) ist jetzt schon mehr als 2 Jahre her und seitdem geht unsere gemeinsame Reise weiter. Ich genieße dieses Gefühl der Dominanz sehr und denke mir gerne neue Spielmöglichkeiten aus. Wie du vielleicht bereits aus meinen anderen Artikeln weißt, switchen wir. Das heißt, dass jeder mal den devoten und mal den dominanten Part übernimmt. Zurzeit übernehme ich jedoch überwiegend den dominanten Part und genieße es sehr. 😊 Denn ein devoter Mann hat sehr viele Vorzüge. Ein paar will ich dir (vor allem den Damen) hier nennen:

  • Er trägt dich auf Händen
    Dein Partner wird alles für dich tun, wenn er seine Leidenschaft mit dir ausleben kann. Warum sollte er dann noch eine andere wollen?
  • Er bügelt „freiwillig“ deine Wäsche
    Zumindest, wenn er dabei sein Halsband trägt und du mit einer Gerte daneben stehst. Also mein Mann kann dann ganz ausgezeichnet bügeln.
  • Er massiert dir die Füße
    Erstaunlicher weise lieben viele Männer Füße. Und selbst wenn nicht, dann ist es seine Pflicht als Sklave, seine Herrin zu verwöhnen.Wie geht das besser als mit einer herrlichen Fußmassage?
  • Er macht die Hausarbeit
    Eine Bekannte von uns lässt ihren Partner, während einer Session, den ganzen Haushalt machen. Währenddessen entspannt sie sich und gibt Anweisungen. Win win für beide Seiten.😉 PS: Er macht das gerne und hat viel Spaß dabei.
  • Er stärkt dein Selbstbewusstsein
    Was kann mehr das Selbstwertgefühl stärken, als wenn dir die Männer zu Füßen liegen? Das Dominieren eines Mannes gibt dir ein unglaublich gutes Gefühl.
  • Er hört endlich mal auf dich
    Denn etwas anderes als „ja Herrin“ wollen wir nicht hören, wenn er das Halsband trägt! Wenn er zu viel redet, dann tut es auch ein Knebel. 😉
  • Er gibt keine Widerworte
    Und wenn doch, dann kommen wir zurück zu der Sache mit dem Knebel.
  • Er wird vermutlich nicht fremd gehen
    Viele Menschen gehen fremd, weil sie ihre Bedürfnisse nicht befriedigen können. Häufig lese und höre ich, dass devote Männer heimlich zu einer Domina gehen. Wenn du deinem Partner hilfst, seine devote Seite auszuleben, dann muss er dafür nicht mehr woanders hingehen. Logisch oder?

Liebe Herren, die auch gerade interessiert mitgelesen habt, vielleicht könnt ihr aus eurer Sicht ja noch Punkte ergänzen. Ich freue mich daher über eure Kommentare.

Steh zu deiner devoten Seite!

Und fang an sie auszuleben. Trau dich darüber zu reden und sie zuzulassen. Denn das zeugt von wahrer Stärke! Gestern hat ein Mann (Mitte 30) in einer Facebook Gruppe geschrieben, dass er devot ist und zu seiner Neigung stehen möchte. Der Mann hat nur positive Kommentare erhalten und sogar einige Angebote der Damenwelt. 😉 Daher kann ich euch Männern nur raten, auch öffentlich dazu zu stehen. Oder zumindest in BDSM-Kreisen. Denn auch hier tuen sich viele Männer leider schwer. Dabei gibt es mehr von euch, als ihr denkt!

Wie sage ich meiner Partnerin, dass ich devot bin?

Gerade wenn deine Partnerin bisher noch nicht viel mit BDSM zu tun hatte, dann fall` nicht gleich mit der Tür ins Haus. Versuch sie langsam an die Sache heranzuführen. Vielleicht sendest du ihr mal ab und zu kleine erotische Bildchen und sagst „das würde ich auch gerne mal machen“. Aber bitte nichts zu Extremes. Vielleicht ein Mann, der die Füße seiner Frau massiert oder küsst. Fang soft an mit deiner Dame und sag ihr nicht gleich direkt „bitte fick mich mit einem Strap-On und erziehe mich zur Sissy“. Das könnte sie ein bisschen überfordern. Hab` Geduld mit deiner Lady und führe sie langsam in die Thematik ein.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es gerade am Anfang helfen kann, nicht die Worte „SM“ oder „BDSM“ zu benutzen. Einerseits können diese Worte deine Dame neugierig machen, aber viele schrecken solche Bezeichnungen ab. Es könnten dann Reaktionen kommen wir „sowas perverses mache ich nicht!“.  Aber hier kennst du deine Partnerin am besten.

Denn häufig, ihr lieben Männer, macht ihr den Fehler uns Frauen zu überfordern.

Am besten fängst du an, ihr nach und nach die Führung zu überlassen. Sei mal nicht der „Macher“ im Bett und lass sie die Führung übernehmen. Dann erzähl ihr, dass du von ihr gerne mal ans Bett gefesselt werden möchtest oder Sex mit verbunden Augen haben willst. Wenn sie daran gefallen findet, dann steigere es nach und nach. Du kannst ihr dann kleine erotische Kurzgeschichten zu Lesen geben, die dir selbst gefallen. Mal sehen, wie sie reagiert. Bitte fang erst einmal mit soften Geschichten an. Denn häufig, ihr lieben Männer, macht ihr den Fehler uns Frauen zu überfordern. Ihr habt eure sehr spezifischen Vorstellungen schon eine ganze Ewigkeit uns die wollen vermutlich endlich raus. Aber bei deiner Partnerin wird es ganz anders sein, sie hat sich vielleicht noch nie mit dem Gedanken beschäftigt. Also bitte Geduld mit uns Ladys und immer nach und nach. Und bitte mit Gefühl und nicht mit Druck. Dann funktioniert es auch mit deiner Dame. 😊

Brauchen vor allem beruflich erfolgreiche Männer eine Domina?  

Das Klischee vom erfolgreichen Vorstand, der nach getaner Arbeit Druck bei einer Domina rauslässt, hält sich hartnäckig. Und das nicht ohne Grund. Denn viele Männer, die im Alltag dominant sind, wollen einfach mal abschalten und hierfür ist BDSM perfekt. Als Rolle des unterwürfigen Mannes müssen sie keine Verantwortung tragen und können einfach alles loslassen. Also genau das Richtige, für jemanden mit viel Verantwortung!

Durch Zufall lernte ich im Internet einen Mann kennen, der gerne als Putzsklave dient. Er liebt es, auf allen Vieren das Haus von Damen zu reinigen. Dabei genießt er auch kleine Erniedrigungen und freut sich, wenn man ihm darauf hinweist, dass er den Fleck mit der Zunge weg machen muss oder die Herrin des Hauses auf den Boden spuckt und er den Fleck auflecken muss. Wir haben uns über seine Vorstellungen, bei einem Kaffee, sehr intensiv unterhalten und ich fand seine Motivation dahinter sehr spannend.

Ihm ging es um nichts sexuelles, er wollte einfach nur in seine devote Rolle schlüpfen, den Alltag hinter sich lassen und Putzen.

Ihm ging es um nichts sexuelles, er wollte einfach nur in seine devote Rolle schlüpfen, den Alltag hinter sich lassen und Putzen. Eine Zeit lang putzte er sogar bei einem lesbischen Pärchen, wie er mir erzählte. Also war es wirklich nichts Sexuelles. Doch was war der Grund für seine Leidenschaft?

Er erklärte mir, dass er ein erfolgreicher Gebietsleiter im Vertriebt ist, mit sehr viel Verantwortung und seine Rolle als Putzsklave seine Art der Entspannung ist. Denn wenn er in seiner Rolle drin ist, dann denkt er an nichts anderes, nur an seine Aufgabe.

Leider hat er sich bisher nie getraut mit seiner Frau darüber zu reden. Daher hoffe ich, dass du diesen Artikel liest und dich traust zu deiner devoten Seite zu stehen. Trau dich! Das gilt auch für alle anderen Männer! 😊

Ich hoffe, dass ich mit diesem Artikel einige Männer ermutigen konnte, zu ihrer submissiven Seite zu stehen. Und, dass die Ladys keine Angst mehr haben, wenn ihr Mann devot ist. Genießt es! Was sind eure Erfahrungen?

Hier kannst du weiterlesen: CBT 7 Dinge, die du mit Hoden und Schwanz machen kannst

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