Es ist schon 3 Jahre her und ich kann mich noch immer sehr gut an das erste Mal auf einer Fetischparty erinnern. Aber an das erste Mal erinnert man sich ja immer… Ich war seit einiger Zeit single und fragte mich, wie ich wohl einen neuen Partner mit ähnlichen Vorlieben finde. Meine Kontaktaufnahmen auf einschlägigen Webseiten (Joyclub, Sklavenzentrale) waren eher weniger erfolgreich, daher wollte ich Menschen real kennenlernen. Außerdem hat es mich schon immer gereizt auf so eine Party zu gehen. Mein Ex- Freund wollte leider nie auf eine Fetischparty gehen. Daher war es für mich absolutes Neuland. Doch wie betritt man ein neues Land?

Da gibt es doch dieses Catonium…

Da ich in Hamburg wohne, habe ich schon häufiger von dem Catonium gehört. Ich habe mal gelesen, dass es sich um den größten Fetisch- Club Europas handelt. Ich fragte mich natürlich, was mich in so einem Club wohl erwartet. Mir gingen verschiedene Fragen durch den Kopf:

  • Werde ich da einfach angefasst?
  • Muss ich mitmachen oder kann ich auch einfach nur zuschauen?
  • Ist das ein Club wo überall gefickt wird?
  • Wird überhaupt getanzt?
  • Was für Menschen gehen wohl auf Fetischpartys?

Zum Glück wurden alle diese Fragen in nur einer Nacht beantwortet. 😉 Ich suchte mir die Fetischparty „Angel- in- Bondage“- AiB raus. Da ich gerne auf Gothic- Partys gehe, wie auf die Return oder zur Großen Schwarzen Nacht, schien das genau die richtige Party für den Einstieg zu sein. Jetzt musste ich nur noch meine Freundin überzeugen. Denn alleine traute ich mich nicht.

Die AiB wird auf der Internetseite vom Catonium wie folgt beschrieben:

Seid dabei wenn in dieser Nacht die Gothic und BDSM Szenen verschmelzen. Lasst Eurer Fantasie freien lauf, lebt und genießt Euren Fetisch. Taucht mit uns ein in die bizarre, fantastische Welt beider Szenen und werdet ein Teil dieser unvergesslichen Nacht.

Zum Sündigen und Spielen stehen Euch die Spielräume zur Verfügung.

Genre: EBM, Gothic, Industrial, Electro, (Dark)Wave sowie Musik der 80er.

Damit es für alle Beteiligten ein unvergesslicher Abend wird, ist der nachstehende Dresscode zu beachten:

Strict Dresscode:

  • Schwarz – all styles of Gothic
  • Elegante Abendgarderobe
  • Lack – Leder – Latex
  • Uniform
  • Transgender – Drag Queen
  • Fantasy – Zweckentfremdungen
  • be imaginative
  • Sportswear u. Blue Jeans No GO!
  • Keine weissen Hemden ausser Smoking Hemden

„All styles of Gothic“.. Super, also genau meine Party! Denn das Eine oder Andere Gothic- Outfit hing in meinem Schrank. Sicherheitshalber fragte ich noch in einer BDSM- Gruppe bei Facebook, ob denn die AiB für Einsteiger zu empfehlen wäre. Und es gab durchweg positives Feedback. Unter anderem meldete sich auch ein Mann, der mich ab da weiterhin durch die Fetischwelt begleiten würde. Nennen wir ihn doch einfach mal „T.“. Er schrieb mir, dass er am Abend auch im Catonium ist und dass wir uns gerne vorher treffen können. Da er mir sofort sympathisch war trafen wir uns nach längerem Schreiben schon in meiner Mittagspause. Leider musste ich irgendwann wieder zur Arbeit und unser Date endete mit einem heftigen sehr einnehmenden Kuss. Ich war sofort Hin und Weg und wir verabredeten uns für das Catonium. Er war mit mehreren Freunden da verabredet und fragte noch, ob wir vorher noch zu seinem Freund kommen wollten. Ich lehnte jedoch ab, da ich schließlich auch Zeit mit meiner Freundin verbringen wollte.

Die Nacht der Nächte beginnt

Bei meiner Freundin angekommen haben wir erstmal unser Styling für den Abend geklärt. Es hat natürlich länger gedauert, Frauen eben. 😉 Dazu tranken wir den Einen oder Anderen Sekt und konnten uns auch etwas Mut antrinken. Also auf geht’s.. Angekommen vor dem Catonium fielen mir schon vor der Tür die krassen und kurzen Outfits der Besucher auf. Aber entgegen meiner Vorstellung standen mit mir in der Schlange ganz normal Leute an. Da war der nette Nachbar von nebenan, die kleine süße Partybiene, die ganz aufgeregt mit ihrer Begleitung sprach und sehr nett gekleidete Herren in Anzug und Zylinder. Aber auch Menschen mit Masken und spannenden Perücken. Ich hatte viel zum Staunen.

Von außen ist das Catonium eher unscheinbar. Ein Gebäude in einem Industriegebiet. Von außen sieht man also nicht was drin ist. Und so gingen wir weiter in Richtung Ungewissheit und die Aufregung stieg weiter an. Nach Abgabe der Jacken erwartete uns schon T. Er zeigte uns wie selbstverständlich den ganzen Club. Erzählte uns, dass auf der Streckbank häufiger mal jemand liegt, das man an dieser Stelle auch zugucken kann und Zuschauer gewollt sind. Er zeigte uns einzelne Räume, die man mit Türen verschließen kann. Hier ist zuschauen also wohl eher nicht erwünscht, dachte ich mir… Es gab aber auch mehrere offene Räume.. Ein Lehrerzimmer, ein Kerkerzimmer und viele andere kleine Räume mit Streckbänken und Fixierungsmöglichkeiten. Ich war ganz fasziniert.. Von den Menschen, von den Räumen, von den Möglichkeiten.. Es war einfach traumhaft. Ein Ort wo man sich voll und ganz ausleben konnte und die Menschen genau so pervers sind wie man selber. Geil! 😀

Ich war überrascht wie es hinter der geschlossenen Tür des Catoniums, auf einer SM-Party,  wirklich zugeht. Niemand hat mich gegen meinen Willen angefasst und es gab kein Rudelbumbsen wie befürchtet. *lach* Es gab aber auch viel zu sehen.. Ein Mann wie er seine Sub am Halsband festband und dann ausgiebig mit der Peitsche bearbeitete, eine „Lehrerin“ die einen nackten Mann mit der Gerte über die Tanzfläche trieb, eine Frau die gefistet wurde und viele die einfach nur fickten. Es war ein herrliches Treiben. Ich hätte stundenlag zuschauen können und eine Weile tat ich das auch. 😉 Getanzt wurde aber auch, was ich schön fand. Es war also nicht nur eine Sexparty.. Sondern eine Party, wo man Spaß haben und sich ausleben konnte. Meine anfänglichen Bedenken waren wie weggeblasen und ich war total aufgeladen und euphorisch.

Aber da war doch noch T.

Nachdem ich sicherstellte, dass meine Freundin beschäftigt war, verschwand ich mit T. Wir machten miteinander rum und verschwanden in ein Zimmer mit Tür und Bett. Leider kam irgendwann ein Pärchen rein und nutzte das Bett einfach ebenfalls. Auch schauten immer wieder Leute rein, was für mich am Anfang wirklich befremdlich war. Wir gingen aus dem Zimmer wieder raus und fanden eine ruhige Ecke in einer der Flure. T. kniete sich auf einmal vor mich hin und fing an mich zu lecken. Vorher beschwerte er sich aber noch, dass ich ein Höschen trug.. *grr* Meine Gedanken überschlugen sich „doch nicht hier in der Öffentlichkeit?!“. Aber es fühlte sich soo gut an und ich dachte mir irgendwann „ach was soll`s“.. Um uns herum standen einige Leute und schauten zu. Irgendwie fand ich das erregend. Ich ließ mich eine Weile gehen und schloss die Augen. Es war einfach nur herrlich.. Diese Nacht der Nächte.. Leider war ich nicht entspannt genug, um einen Orgasmus zu bekommen. Aber ich konnte es trotzdem sehr genießen.

Ich werde diese Nacht nie vergessen und ich kann jedem nur empfehlen, der schon seit langem überlegt, TU ES!

Der Abend endete leider viel zu früh. Denn entgegen der sonstigen Partys die ich so gewöhnt bin, waren wir um 4Uhr morgens schon fast alleine auf der Party. Da ich wie gewohnt erst um 00:30 da war, war der Abend tatsächlich etwas kurz. Aber jetzt weiß ich wenigstens, dass man auf Fetischpartys nicht um 22Uhr die Erste ist.

T. kam noch mit zu mir und der Abend ging sozusagen weiter. Aber das ist eine andere Geschichte. 😉 Was aus ihm geworden ist? Wir sind heute gute Freunde und gehen weiterhin gemeinsam auf Fetischpartys.

Ich werde diese Nacht nie vergessen und ich kann jedem nur empfehlen, der schon seit langem überlegt, TU ES!

Ihr wollt auch mal auf die AiB gehen? Dann schaut doch mal auf den aktuellen Veranstaltungskalender vom Catonium. Die AiB findet auch in anderen Städten statt. Schaut sonst einfach bei in die Events vom Joyclub.

Hat euch mein Erlebnisbericht gefallen? Wie habt ihr eure erste Fetischparty erlebt und wo wart ihr?

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