Was sind eigentlich Tabus und muss ich wirklich vorher darüber reden? Macht sie nicht die Spannung kaputt? Oder schränkt es den dominanten Part zu sehr ein? Und wann ist der richtige Zeitpunkt über Tabus zu reden? Diese Fragen möchte ich hier für dich klären und allen Subs Mut machen Grenzen zu setzen. Denn nur wer die Spielregeln vorher festlegt hat beim BDSM wirklich Spaß und kann sich bedingungslos fallen lassen.

Warum brauche ich überhaupt Tabus?

Stell dir vor, dein Dom/ deine Domina will dich überraschen und hat eine Outdoor Session auf einer Wiese geplant und du hast Heuschnupfen. Oder er/sie plant den Besuch einer netten Fetischparty, auf der die Subs zur Schau gestellt werden. Und das letzte was du willst ist es von andere berührt zu werden. Klar kann man auch direkt vorher darüber reden. Aber was ist, wenn Dom dich überraschen will und du erst mitten in der Location merkst, worum es eigentlich geht? Oder dir wurden die Augen verbunden und auf einmal steckt eine Nadel in der Haut… Kann nett sein, aber.. 😉 Du merkst worauf ich hinaus will, oder? Was für den Einen eine geile Vorstellung ist, kann für den Anderen schnell der absolute Horror sein.
Manchmal können auch berufliche Gründe ein Grund sein, warum man nicht in der Öffentlichkeit spielen will oder auch gesundheitliche, warum man kein Bondage mit verschränkten Armen hinter dem Rücken haben kann. Es kann auch sein, dass man schon einmal schlechte Erfahrungen mit Würgespielen gemacht hat und deswegen Würgespiele ein absolutes Tabu darstellen. Ich glaube du merkst langsam, wie wichtig es ist über Tabus zu reden..

Was sind Tabus beim BDSM?

Tabus sind die Spielregeln einer Session (Was ist eine Session?). Es beinhaltet alles, was Sub auf keinen Fall machen möchte (die Gründe sind Nebensache). Dom bzw. Domina hat diese Spielregeln ohne wenn und aber zu akzeptieren. Denn Tabus sind festgelegte Grenzen, die nicht überschritten werden dürfen. Denn ein Überschreiten dieser Grenzen stellt ein absoluter Vertrauensbruch dar und würde für mich vermutlich das Ende der Session bedeuten und vielleicht auch das Ende der Spielbeziehung. Je nachdem, ob mein Tabu mit Absicht nicht akzeptiert wurde oder ob die Person ausversehen gehen einer meiner Tabus gehandelt hat.

Damit ihr einen kleinen Einblick bekommt, was Tabus sein können habe ich für euch hier ein paar Beispiele. Natürlich könnt ihr alles nennen, was für euch ein absolutes Tabu darstellt. Die Liste soll nur als Beispiel dienen.

Beispiele für Tabus beim SM:

  • Keine Narben
  • Kein Blut
  • Keine Fäkalien
  • Keine Spuren (Spuren einer Session- Stolz oder Charme?)
  • Keine Demütigungen
  • Kein Spiel in der Öffentlichkeit
  • Nicht ohne Gummi
  • Keine Drogen
  • Nicht Anal
  • Auf keinen Fall ins Gesicht schlagen
  • Kein Bondage an den Beinen
  • Keine Würgespiele
  • Niemals an den Haaren ziehen

Diese Liste könnte ich endlich fortführen. Wichtig sind hier deine ganz eigenen Tabus und Grenzen. Du kannst hier nichts falsch machen! Mach dir jedoch intensiv darüber Gedanken, was du wirklich nicht willst und nenne nur diese Punkte. Denn zu viele Tabus können einer Session auch im Wege stehen.  

Kann man es mit Tabus auch übertreiben?

Ein definitives JA. Als dominanter Part ist es tatsächlich sehr deprimierend, wenn man vor dem Beginn einer Session eine ganze Liste an Tabus erhält. Man macht sich Gedanken über eine tolle Session und dann hört man nur noch „bitte kleine Spuren, bitte nicht knebeln, bitte nicht zu doll fesseln, kein Halsband, bitte nicht…“ Ihr merkt was ich meine…? 😉 Lasst eurem dominanten Part auch etwas Spielraum. Daher, Tabus ja aber bitte im angemessenen Rahmen!

ACHTUNG: Weise unbedingt auf körperliche Einschränkungen hin. Wie zum Beispiel verletzte Gelenke, Bewegungseinschränkungen oder auch auf Diabetes. Alles was es zu beachten gibt, ist wichtig.

Tabus sind doch auch da, um gebrochen zu werden oder nicht?

Nein beim BDSM nicht. Tabus haben 100% eingehalten zu werden. Es kann jedoch auch ein Reiz sein mit Grenzen zu spielen. Und hier benutze ich bewusst das Wort „Grenzen“. Grenzen können sich verschieben und es kann sehr anregend sein sich näher an diese Grenzen ran zu tasten. Aber dieses Spiel sollten nur erfahrene BDSMler spielen und auch nur, wenn sich beide Partner sehr gut kennen. Dann kann Dom damit beginnen die Grenzen der Sub langsam und stetig ein bisschen zu verschieben. Zum Beispiel, wenn Sub nicht auf Schmerzen steht. Der Dominante Part könnte spielerisch immer wieder Schmerzen mit in die Session einbauen und diesen Schmerzreiz immer weiter ausbauen. Irgendwann verbindet Sub mit dem Schmerz dann vielleicht auch Lust und Geilheit und will selber mehr, obwohl vorher ein Klaps auf dem Arsch schon grenzwertig war. Aber wie gesagt, dieses Spiel empfehle ich aber wie gesagt nur erfahrenen BDMSlern , da es hierbei einiges zu beachten gibt. Hierzu werde ich aber nochmal einen eigenen Artikel schreiben.

Wann ist der richtige Zeitpunkt über Tabus zu reden?

Am besten noch bevor Top die Session geplant hat. Wenn ich eine Session plane, dann mache ich mir meistens schon Tage vorher über den Ablauf Gedanken. Meistens gibt es einen bestimmten Schwerpunkt, bzw. etwas das ich unbedingt machen will. Wenn aber genau das einer deiner Tabus ist, dann wäre die ganze Vorbereitung für den Ar***. Also am besten rechtzeitig Bescheid sagen. 🙂 Ein guter Dom/ eine gute Domina wirst du auch daran erkennen, dass sie/er nach deinen Tabus fragt.

Sub trau dich!

Ich glaube du hast beim Lesen des Artikels gemerkt, wie wichtig es ist, über Tabus zu reden? Also Sub trau dich und sprich das Thema zur Not selber an. 🙂

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