In Kontaktanzeigen liest man häufiger diese Begriffe und glaub mir, du bist nicht der Erste, der sich fragt: „wo ist denn bitte der Unterschied zwischen einer Sklavin und einer Zofe?“ Vorweg möchte ich sagen, dass es trotz meiner Erklärung zu einer unterschiedlichen Definition kommen kann. Du solltest daher noch einmal fragen, was sich die andere Person unter einer Sklavin oder einer Zofe vorstellt. Ich werde hier näher auf die Begriffserklärung eingehen und was sich normalerweise hinter diesen Begriffen verbirgt.

Eine Zofe war in der Geschichte immer weiblich. Die männliche Zofe nannte man Kammerdiener. Im BDSM-Bereich habe ich jedoch noch nie gesehen, dass jemand einen Kammerdiener sucht. Man spricht daher auch in der männlichen Form von einer Zofe. Es ist dann eben die „männliche Zofe“. Kreativ oder? 😉

Welche Aufgaben hat ein Sklave?

Wikipedia erklärt das ganz gut mit dem Begriff Sklaverei: „Sklaverei ist ein Zustand, in dem Menschen vorübergehend oder lebenslang als Eigentum oder Handelsware anderer behandelt werden. Bei der Sklaverei im engen Sinne der Geschichtsschreibung war das Recht, Sklaven zu erwerben, zu verkaufen, zu mieten, zu vermieten, zu verschenken und zu vererben, gesetzlich verankert.“

Und so ist es auch als Sklave/in im BDSM-Sinn. Der Sklave gibt seine Rechte an die Herrin ab. Er gilt als Eigentum seiner Herrin und hat keinerlei Rechte. Er kann zur Benutzung freigegeben werden oder an eine andere Herrin abgegeben, verkauft oder vermietet werden. Meisten wird diese Form in einer 24/7 BDSM Beziehung gelebt. Im Rahmen einer Session ist es eher ein Rollenspiel, dass jedoch auch sehr anregend sein kann. Die sonst so aufbegehrende Sub hat auf einmal nicht mehr das Recht rum zu nörgeln oder irgendetwas anzumerken. Ich bin bei solchen Subs ja auch grundsätzlich für den Knebel. 😉

Ein Sklave steht für das leibliche Wohl seiner Herrin zur Verfügung. Er dient, er putzt, er kocht, er kümmert sich um seine Herrin und steht natürlich auch für körperliche Dienstleistung zur Verfügung. Er wird benutzt, wann immer die Herrin es wünscht! Es kann sein, dass er die übrige Zeit in einem Käfig gehalten oder angekettet wird. Denn als Sklave hast du nicht selbst über deinen Aufenthalt zu bestimmen.

Gibt es wirklich Menschen, die freiwillig als Sklave leben wollen?

Ja es gibt Menschen, die sich freiwillig in die Abhängigkeit ihrer Herrin und ihres Herrn begeben und das Leben in ihre bzw. seine Hände legen. Eine solche Beziehung ist von unglaublichem Vertrauen zueinander geprägt. Denn der Sklave vertraut seiner Herrin sein Leben an und vertraut darauf, dass sie weise darüber entscheidet. Die Herrin übernimmt damit sehr viel Verantwortung und muss sich um das körperliche und geistige Wohl ihres Sklaven kümmern.

Eine solche Beziehung ist von unglaublichem Vertrauen zueinander geprägt.

Eigentlich hat ein Sklave keinerlei Rechte. In den meisten Sklaven-Herrin-Beziehungen wird dennoch über Tabus gesprochen und diese eingehalten. Es gibt jedoch auch Konstellationen, wo es der Herrin frei zusteht die Tabus zu brechen. Es wird manchmal auch als Bestandteil der Beziehung gesehen und macht einen Teil des Kicks aus.

Gerade Männer scheint diese Beziehungsform besonders zu reizen denn immer wieder bekomme ich Anfragen von Männern oder lese Anzeigen, in denen sie versklavt werden wollen und ihre Rechte an eine Dame abgeben möchten. Auch der Geldsklave passt in dieses Lebenskonzept.
Persönlich kennengelernt habe ich bisher noch kein Paar, dass eine so krasse Form einer 24/7 BDSM-Beziehung lebt. Ich würde mich daher über einen Austausch mit dir freuen, wenn du das gerade liest und als 24/7 Sklave oder Sklavin deiner Herrin oder deinem Herrn dienst. Schreib mit gerne einen Kommentar unter diesen Artikel oder eine Mail an: kontakt@bdsmleidenschaft.com. Über diese Mailadresse könnt ihr mich auch bei Fragen und Anregungen anschreiben. Ich freue mich auch über Lob und Kritik.

Welche Aufgaben hat eine Zofe?

Auch hier werde ich auf eine Erklärung von Wikipedia zurückgreifen: „Als Zofe oder Kammerzofe wird seit dem 17. Jahrhundert eine in den Diensten einer hochgestellten, meist adeligen Herrschaft stehende Dame bezeichnet. Sie war nicht zwingend selbst von adeliger Abstammung, aber immer im Rang niedriger, und diente der Herrin des Hauses in ihren Privatgemächern beispielsweise beim Ankleiden. Eine Zofe hatte ihrer Herrin bei der Körperpflege sowie beim Ankleiden zu helfen und diese beim Auswählen und Anlegen von Schmuck und Kleidern zu beraten. Hierzu zählten auch Aufgaben wie die Instandhaltung der Garderobe, Näharbeiten und das Frisieren. Die Bedienung beim Essen sowie das Planen und Organisieren von Feierlichkeiten waren ebenso typische Zofenaufgaben.“ 

Was heißt das jetzt im BDSM-Bereich? Was genau sind die Aufgaben einer Zofe?

Wie du gerade gelesen hast, handelt es sich bei der Zofe nicht um eine Leibeigene. Sie hat Rechte, aber auch Pflichten. Sie dient, hat jedoch auch ein Mitbestimmungsrecht. Zu den klassischen Aufgaben einer Zofe beim BDSM gehören:

  • Die Körperpflege der Herrin (z.B. waschen, Haare kämmen, baden)
  • Anlegen von Kleidung und Schmuck
  • Pflege der Garderobe (z.B. Reinigung und „Politur“ der Latexkleidung)
  • Reinigung und Pflege der Sextoys sowie alles ordentlich wieder wegräumen
  • Sie geht der Herrin bei einer Session mit jemand anderem zur Hand
  • Sie hat den Befehlen der Herrin zu gehorchen
  • Das leibliche Wohl der Herrin steht an oberster Stelle
  • Die Zofe bedient bei Anlässen und reicht Getränke und Essen
  • Einkäufe werden erledigt

Die Zofe hat stets auf die korrekte Ansprache der Herrin zu achten, mit Titel und Namen, sie hält ihren Kopf gesenkt und spricht nur, wenn sie aufgefordert wird. Meistens erhält die Zofe einen gewissen Dresscode, der sie als Dienerin auszeichnet. Gerne getragen werden zum Beispiel solche Zofen-Outfits (Amazon) Männliche Zofen tragen häufig Kleider und High Heels. Zofen-Outfits gibt`s jedoch in jeder Größe.

Ein Bekannter von mir dient als Zofe in einem Domina Studio. Er dient bei Sessions, pflegt die Materialien und das Studio, übernimmt die Reinigung der Räume und legt auch selbst mal mit Hand an. 😉 Manchmal wird er jedoch auch in einen Käfig gesteckt und darf die Session nur von weitem beobachten, was ihn dann besonders quält. Er wird von seiner Herrin keusch gehalten und trägt 24/7 einen Keuschheitsgürtel (Amazon) . Den Schlüssel behält die Herrin immer bei sich und er kann nicht mehr selbst über seinen Orgasmus bestimmen. Die beiden leben nicht zusammen, so dass er in der restlichen Zeit ein „normales“ Leben führt. Seine Herrin hat ihn mittlerweile zur Sissy erzogen, was auch sein Wunsch war. Die vorher/nachher Bilder sind wirklich beeindruckend!
Mittlerweile trägt er einen Keuscheitskäfig mit Harnröhren-Dilator (Amazon), der das beengende und ausgelieferte Gefühl noch zusätzlich intensiviert.

Das mal als kleines Beispiel, wie weit eine Zofen/ Herrin Beziehung gehen kann.

Generell gehören zu den klassischen Aufgaben einer Zofe jedoch keine sexuellen Handlungen. Und vor allem nicht gegen ihren Willen. Die Tabus und Neigungen der Zofe werden respektiert und eingehalten. Im Gegensatz zum Sklaven, der hier kein Mitspracherecht hat.

Die Unterschiede noch einmal zusammengefasst

Damit es noch einmal deutlich wird, fasse ich die Unterschiede für euch noch einmal zusammen:

  • Die Tabus und Neigungen der Zofe werden eingehalten, die des Sklaven nicht.

  • Der Sklave darf vermietet und verkauft werden, die Herrin hat ein solches Recht bei der Zofe nicht.

  • Ein Sklave begibt sich meistens 24/7 in diese Form der BDSM-Beziehung, eine Zofe dient in der Regel nur für einen bestimmten Zeitraum oder für eine Session.

  • Der Sklave hat kein Selbstbestimmungsrecht und darf weder über seinen Aufenthalt noch über seinen Orgasmus frei entscheiden, die Zofe kann jeder Zeit gehen, wenn sie denn will.
  • Eine Zofe steht nicht unbedingt für sexuelle Handlungen zur Verfügung, der Sklave hat sexuell zu dienen und darf zur Benutzung von anderen freigegeben werden.

In diesen Punkten unterscheiden sich Zofe und Sklave nicht:

  • Beide kümmern sich um das Wohl der Herrin
  • Sie sind für die körperliche Pflege der Herrin zuständig
  • Sie kümmern sich um die Pflege der Garderobe und der Sextoys
  • Sie sind für die Reinigung des Hauses zuständig
  • Sie bedienen bei Anlässen
  • Sie stehen bei Sessions helfend zur Verfügung

Darauf solltet ihr achten:
Nicht jedem sind diese Unterschiede und die genaue Begriffserklärung bewusst. Daher solltet ihr unbedingt nachfragen, welche Aufgaben als Zofe oder als Sklave auf euch zukommen. Denn jeder verbindet eine gewisse Erwartung hinter diesen Begriffen.

Waren euch die Unterschiede vorher bewusst? Habt ihr schon Erfahrungen als Zofe oder Sklave? (Bitte Kommentar)

(Visited 229 times, 73 visits today)