Hinweis: Dieser von mir geschriebene Artikel ist so auch Ende letzten Jahres in der Zeitschrift Schlagzeilen erschienen.

Lange haben wir Frauen für Gleichstellung und Anerkennung gekämpft. Die Bewegung begann bereits im 12./13. Jahrhundert. Damals ist sie jedoch gescheitert.
Heute lebe ich zum Glück im 21. Jahrhundert und wir Frauen haben die gleichen Rechte, wie unsere männlichen Artgenossen. Auch wenn es beim Thema Gehalt oder Jobs in Führungspositionen noch Verbesserungspotential gib. Dennoch bin ich froh, im 21. Jahrhundert in Deutschland zu leben. 

Doch was hat das alles mit SM zu tun?

Ich wurde vor über 12 Jahren von meinem damaligen Partner sanft und mit viel Liebe und auch mit  Geduld 😉 in das Thema SM eingeführt. In 8 Jahren haben sich unsere Spiele sehr vertieft und wir hatten eine Menge Spaß zusammen. Doch gerade am Anfang fiel es mir sehr schwer mir einzugestehen, dass ich Lust dabei empfinde mich erniedrigen zu lassen. Wie kann ich es geil finden, wenn mir jemand ins Gesicht schlägt? Als meine devote Seite in mir erwachte, hatte ich wirklich mit mir zu kämpfen. Mein Vater hatte mir mein Leben lang gepredigt, mich nie von einem Mann abhängig zu machen. Und jetzt? Was würde mein Vater wohl sagen, wenn er von meiner Leidenschaft wüsste? 

Solche Gedanken plagten mich damals. Heute weiß ich, dass es ein Zeichen von Stärke ist, auch seine devote Seite zu zeigen. Sich fallen lassen zu können und sich ganz meinem Partner (mittlerweile ein anderer), anvertrauen zu können. Doch mit Anfang 20 kam ich mir vor, wie eine Verräterin der Emanzipation. Im Spiel hatte ich keine Rechte mehr, alle Rechte habe ich an meinen Herrn abgegeben. Welch eine geiles, erotisches und leichtes Gefühl! Nach dem Spiel hatte ich jedoch gerade am Anfang immer wieder mit Schuldgefühlen zu kämpfen. Einmal kamen mir nach einer besonders intensiven Session sogar die Tränen. Heute, 12 Jahre später, muss ich über mich selbst lachen.

Leider hatte ich damals keine gleichgesinnten Freunde und auch niemanden, mit dem ich darüber reden konnte. Denn wenn ich ehrlich bin, schämte ich mich dafür. Was würden meine Freundinnen dazu sagen? In dem Alter teilweise noch sehr prüde, würden sie wohl nur die Nase rümpfen oder denken, ich werde von meinem Freund misshandelt. Werde ich ja auch, aber freiwillig. 😉

In der Zeit tauschte ich mich viel im Internet aus und war beruhigt, dass es anderen Frauen genau so erging wie mir. Da gab es aber auch die durch und durch devoten Frauen, die sich schon ihr ganzen Leben untergeordnet hatten und für die es scheinbar das normalste der Welt war, sich ihrem Dom unterzuordnen. Aber es gab auch andere Frauen, so wie mich. Die Frauen, die von anderen als die „Starken“ empfunden werden. Und die sich auf einmal so schwach vorkamen.

Ich bereue nichts!

Zum Glück hat mir SM einfach viel zu viel Spaß gemacht und meine Lust war stärker, als meine Schuldgefühle. Und so tauchte ich immer weitere in diese Materie ein. Ich verschlang Bücher, las in Internet Foren und fing auch an mit meinen Freunden darüber zu reden. Auch mein Bruder bekam es irgendwann mit und fragte mich besorgt, ob alles freiwillig und einvernehmlich ist. Natürlich war es das und so fand auch mein Bruder sich damit ab, dass seine kleine Schwester ein klein wenig pervers ist. 😉

Meine Umgebung war zuerst geschockt, doch dann kam die Akzeptanz. Und so konnte ich mich auch selbst immer mehr akzeptieren und fühlte mich nicht mehr als Verräterin der Frauenbewegung. Ich fühlte mich tatsächlich immer stärker und hatte das Gefühl alles erreichen zu können. Denn ich schaffte es, meine devote Seite zulassen zu können. Was hielt mich dann noch auf? Und trotz der Erniedrigungen hat mir SM sehr viel Selbstvertrauen gegeben.

Dominant ist das neue Devot

Nach über 8 Jahren, in denen ich mich als Sub neu entdecken konnte wuchs in mir immer mehr der Wunsch auch einmal den dominanten Part zu übernehmen. Zum Glück kam ein neuer Partner in mein Leben und seitdem ist das Switchen ein fester Bestandteil unserer Partnerschaft. Unter Switchen versteht man den Rollentausch zwischen dem dominanten und dem devoten Part. Meistens ist vorher klar, wer heute das Sagen hat und wer sich unterordnen muss.

Als Herrin fühlt sich SM für mich ganz anders an. Ich habe die Verantwortung für meinen Sklaven. Das schöne Gefühl der Leichtigkeit fehlt. Aber dafür berauscht mich das Gefühl der Macht, aber noch mehr liebe ich es zu sehen, wie mein Partner sich mir ganz hingibt und sich bei mir fallen lassen kann.

Das Planen einer Session hat für mich einen besonderen Reiz und ich freue mich jedes Mal, wenn mein Partner danach glücklich in meine Arme fällt.  Denn ich weiß wie schwer es ist, ganz loszulassen und seine devote Seite anzunehmen. Das mein Partner das bei mir kann erfüllt mich mehr und mehr mit Stolz!

Mein Fazit: Ich glaube das es gerade als moderne Frau schwer sein kann, die devote Seite zuzulassen und auszuleben. Aber ich weiß, es lohnt sich!

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