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Egal, ob in einer längeren Beziehungen, oder wenn du jemanden Neues kennenlernst: Über seine Vorliebe für BDSM zu reden, fällt nicht immer leicht. Da fragt man sich, wie erzähle ich ihr, dass ich auf BDSM stehe, ohne dass sie gleich schreiend wegläuft, oder mich für pervers hält? 😉

Keine Angst, du bist nicht der Erste, der diese Herausforderung meistern will. Dennoch gibt es einiges zu beachten, wenn du sie an BDSM heranführen möchtest. Zum Glück ist das alles nur eine Frage der richtigen Strategie.

Danke 50. Shades of Grey!

Ich muss ja sagen, dass ich dem Buch „50. Shades of Grey“ wirklich dankbar bin für sein Erscheinen. Und nein, ich finde nicht, dass es eine BDSM-Beziehung wirklich wieder spiegelt. Auch erweckt es den Eindruck, als hätte jeder Dom/ Domina eine schlechte Kindheit gehabt. Da kann ich jedoch klar widersprechen. Ich hatte eine sehr schöne Kindheit und dennoch finde BDSM absolut faszinierend. Egal ob aktiv, oder passiv.

Ich bin kein Fan der Bücher, dennoch ist die Buchreihe für uns BDSMler eine wirklich gute Sache gewesen. Warum erzähle ich dir das?

Seitdem es 50. Shades of Grey gibt, ist das Thema BDSM „salonfähig“ geworden. Plötzlich können sich die Menschen etwas unter SM vorstellen. Wir sind nicht mehr die Perversen, die sich heimlich in ihren Schlafzimmern auspeitschen. 😉

Viele sind durch das Buch neugierig auf BDSM geworden und wollen sogar das eine oder andere selbst ausprobieren, oder haben es bereits getan. Es gibt mittlerweile sogar um „Erotik-Boxen“ mit dem Titel 50. Shades of Grey. Es handelt sich hier um eine Box voll mit softem BDSM-Spielzeug. Eigentlich gar nicht schlecht, für den sanften Einstieg.

Ein Beispiel findest du hier bei Amore Mio: Die Grey Box-9 Teiliges BDSM-Set

Ich bin daher der Meinung, dass du heut zu Tage über BDSM wesentlich einfach reden kannst, als noch vor 10 Jahren.

Natürlich wird es auch weiterhin die Menschen geben, die SM für Pervers oder abnormal halten, aber die gibt es doch immer, oder?

Schau hierzu auch mal in meinen Artikel: Ich stehe auf BDSM-Bin ich pervers?

Ich gehe mittlerweile mit meiner Leidenschaft im Freundeskreis sehr locker um. Einige Freundschaften haben sich sogar in der BDSM-Szene gefunden. Die sind also genau so pervers wie ich. 😉

Aber auch meine Vanilla Freunde (Vanilla= Menschen, die nur normal Sex praktizieren) verkraften mittlerweile ganz gut, dass ich auf BDSM stehe. Selbst meinen Blog habe sich einig Freunde schon angeschaut. Die Neugierde ist eben doch da.  

„Hallo ich bin Dom Thomas, ich bin ein hardcore Dom und bei mir dürfen Frauen nur auf allen Vieren durch die Wohnung kriechen“

Jedoch solltest du das Thema mit Gefühl angehen und nicht gleich erzählen „Hallo ich bin Dom Thomas, ich bin ein hardcore Dom und bei mir dürfen Frauen nur auf allen Vieren durch die Wohnung kriechen“.

Du lachst?

Genau solche Nachrichten habe ich nicht nur einmal bei Joyclub oder auf anderen Daitingportalen erhalten. So wird das natürlich nichts und vermutlich rennt dein Gegenüber dann eher schreiend weg, als sich von dir angezogen zu fühlen.

Hätte mein erster Dom mir damals gleich erzählt auf was er steht, ich hätte vermutlich „Reißaus“ genommen. Aber er hat sich damit sehr viel Zeit gelassen und ich bin geblieben. 😉 Immerhin 8 Jahre!

Du willst mit deiner Partnerin in neue Sphären eintauchen und BDSM ausleben? Dann solltest du meine Tipps befolgen.

3 Wege sie an BDSM heranzuführen, ohne dass sie wegrennt

Ich gehe davon aus, dass sie bisher noch keine Berührung mit BDSM hatte. Wenn doch, dann solltest du eigentlich offen über deine Vorlieben sprechen können. Aber auch hier kann ich dir empfehlen nicht gleich mit der Tür ins Haus zu fallen. Da Frauen in erster Linie erst einmal den Menschen kennenlernen wollen. Erst wenn die Persönlichkeit gefällt, geht es um das Ausleben der Fantasien.

Und was ich noch jedem Mann ans Herz legen möchte: Keine Frau wird dir antworten, wenn du ihr mit deiner ersten Nachricht gleich deine schmutzigsten Fantasien offenbarst und am besten noch viele Kraftausdrücke verwendest wie „Arschfi**, Lut**en, Fot*e, usw. Du weißt auf was ich hinaus will. Damit wirst du niemals eine Frau für dich gewinnen. Also lerne sie erst einmal kennen, selbst wenn ihr euch im BDSM-Kontext kennenlernt. Danach kannst du dann deine Vorlieben mir ihr teilen.

Wenn du dich jetzt fragst, wer macht sowas? Dan kann ich dir sagen, dass ich und auch viele meiner Freundinnen regelmäßig unzählige dieser Nachrichten erhalten. Leider..

1. Vorsicht beim direkten Gespräch

Ich bin ein große Freundin (ja, Gendern kann ich auch 😉) von einer direkten und offenen Kommunikation. Aber gerade beim Thema Sex sind viel Menschen, trotz der heutigen Aufklärung, immer noch sehr verschlossen und wollen darüber gar nicht so richtig sprechen. Und das Thema BDSM ist häufig noch schwieriger.

Du darfst auch nicht vergessen, dass du dich vielleicht schon seit Jahren mit dem Thema beschäftigst und dein Gegenüber hatte bisher nie irgendwelche Berührungspunkte damit. Du kannst sie daher sehr schnell überfordern, wenn du deine Wünsche und Vorstellungen direkt äußerst und schon einen festen Plan hast, was du alles erleben und ausleben möchtest.

Ich empfehle dir daher, dich langsam ran zu tasten und deiner Partnerin zu sagen, dass du es gerne „etwas härter“ magst. Das du am liebsten „oben/ unten“ liegst und gerne die Führung übernimmst, oder überlässt. Warte dann ab, wie sie reagiert und steige dann erst langsam tiefer in das Gespräch ein. Wenn sie schüchtern reagiert, unsicher wird und nicht weiß was sie sagen soll, dann versuch sie zu fragen, was sie gerne mag und ob sie vielleicht einfach mal Lust hätte gefesselt zu werden.
 
Nimm auf keinen Fall bei deiner Einleitung die Wörter SM oder BDSM in den Mund. Gib ihr erst einmal Zeit die erste Information zu verdauen und dann erzählst du ihr, was du gerne mal ausprobieren möchtest. Bitte fang mit den soften Sachen zuerst an. Ihr hab tnoch genug Zeit für die krasseren Vorlieben. Manchmal kann es helfen, sie vorher ein wenig angetrunken zu machen. Alkohol löst die Zunge und macht in der Regel ein klein wenig „mutiger“. 😉 Und ich meine auch wirklich nur angetrunken. Es ist nicht hilfreich, wenn sie am nächsten Tag nichts mehr von eurem Gespräch weiß.

2. Nicht reden, machen!

Es ist gut, dass du dir Gedanken darüber machst, wie du ihr sagst, dass du auf BDSM stehst. Doch es gibt Menschen, die einfach nicht über Sex reden können/ möchten und sich nicht trauen, ihre intimsten Wünsche zu teilen.
Wenn deine Partnerin bei Gesprächen über Sex eher schüchtern ist, dann solltest du sie auch nicht zu einem Gespräch zwingen.

Ich selbst habe generell keine Probleme über das Thema Sex zu reden, wie du merkst. 😉 Aber hätte mein damaliger Partner mir schon vorher gesagt, dass er auf BDSM steht und das dieses Bedürfnis so tief geht, ich hätte mich wohl nicht auf die Partnerschaft eingelassen.
Und das nicht, weil ich SM als etwas Perverses angesehen habe. Ich kam bisher nur nie damit in Berührung.  Und ganz ehrlich, ich dachte immer, sowas ist nichts für mich. Jetzt muss ich gerade selber beim Schreiben dieser Zeilen lachen. 😀

Daher war es gut, dass er damals nicht direkt mit mir gesprochen hat. Er hat mich einfach nach und nach in das Reich von Dominanz und Unterwerfung eingeführt.

Zum Beispiel hat er hat beim Sex gefragt, ob er mich fesseln darf, ob er mir die Augen verbinden kann, mir dann irgendwann auf den Po gehauen, irgendwann fester geschlagen und mich gefragt, ob mir das gefällt.

Zum Beispiel hat er hat beim Sex gefragt, ob er mich fesseln darf, ob er mir die Augen verbinden kann, mir dann irgendwann auf den Po gehauen, irgendwann fester geschlagen und mich gefragt, ob mir das gefällt. Und mir hat es gefallen und ich wollte mehr! So bin ich in das Thema BDSM rein gerutscht, ohne mir wirklich Gedanken darüber zu machen, dass ich gerade SM auslebe und erlebe. Und heute schreibe ich sogar ein Blog darüber. 😊

Natürlich musst du dich bei diesem Vorgehen ein wenig geschickt anstellen. Feinfühlig sein und nicht so viel auf einmal wollen. Aber so sollte es sowieso sein, wenn du deinen Partner an das Thema BDSM heranführst.

3. Wecke ihre Neugierde auf BDSM

So musst du deiner Freundin erst einmal nicht erklären, dass du auf BDSM stehst. Aber vielleicht erzählt sie es dir. 😉 Ihre Lust und Neugierde auf BDSM zu wecken, ist meiner Meinung nach die beste Methode, um sie an BDSM heran zu führen. Wie machst du das? Ganz einfach, indem du sie selbst auf die Idee bringst, SM auszuprobieren. Einige Möglichkeiten findest du hier:

  • Wenn sie gerne liest, dann schenke ihr das Buch 50 Shades of Grey oder Die Liebessklavin. Wenn sie dich fragt, warum du ihr dieses Buch schenkst, dann kannst du einfach auf doof tun und sagen „ich dachte Frauen lesen sowas gerne“. Das glaubt dir deine Freundin sofort! *lach* Wenn sie keine Bücher mag, dann schaut euch den Film an. Das Buch oder den Film kannst du dann super als Aufhänger nutzen, um zu fragen, ob sie sich sowas auch vorstellen kann, oder ob sie auch gerne mal ans Bett gefesselt werden will. Und vielleicht will sie ja sogar dich fesseln. 😉
  • Hol dir selbst ein Buch über BDSM, vielleicht über Bondage (Bondage gilt eher als harmlos) und lass es offensichtlich irgendwo rumliegen. Oder lese das Buch in ihrer Gegenwart und erzähle ihr davon. Oder sage ihr, dass du aus dem Bondage Buch (z.B. Das Bondage Handbuch) mal etwas ausprobieren willst und dann zeigst du ihr das betreffende Bild. Such hier möglichst was harmloses raus.  Mit einem Hängebondage, oder Bondage der Brüste solltest du nicht direkt anfangen. Du kannst natürlich auch selbst einen Roman lesen, mit entsprechenden Inhalten. Die Geschichte der O würde ich da als Einstieg aber nicht unbedingt vorschlagen. Denn das Buch ist stellenweise doch etwas härter.
  • Vielleicht hast du einen Freund, oder eine Freundin, die spannende Geschichten von ihrer letzten Fetischparty erzählen kann. Wenn ja, lade diese Person unbedingt ein und stell ein paar Fragen. Ein befreundetes Pärchen, dass BDSM in ihrer Beziehung auslebt, kann ebenfalls ein toller Einstieg in ein spannendes Gespräch sein. Die meisten BDSMler reden recht entspannt über ihr SM-Leben, da es für sie zum normalen Leben dazu gehört. Meistens freuen wir uns sogar, wenn sich andere dafür interessieren und wir endlich mal erzählen dürfen.

Ich hoffe, du hast jetzt die passende Strategie für dich gefunden. Die Menschen sind individuell, also überlege dir, wie du ihr am besten zeigen kannst, dass du auf BDSM stehst.

Den Artikel habe ich bewusst so geschrieben, dass es darum geht die Partnerin für BDSM zu begeistern. Denn aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Männer da viel aufgeschlossener sind und sich eher über eine Frau mir solchen Vorlieben freuen.

Außerdem reden Männer meistens gerne über Sex und eine Frau, die über ihre Leidenschaften spricht finden sie in der Regel unglaublich faszinierend. Wir Frauen brauchen daher eigentlich keine Strategie und können offen und direkt reden. Unfair, oder? 😏

Bei deinem männlichen Partner ist das anders? Dann kannst du natürlich auch meine Strategien bei ihm anwenden.

Und was mir bei dem Thema noch am Herzen liegt: Manchmal lese ich Fragen wie: „Wie kriege ich meine Partnerin zu BDSM?“. Du solltest sie nicht dazu kriegen wollen, sondern sie sollte von sich aus Lust dazu haben und neugierig darauf werden. Denn es geht hier nicht um das rum kriegen, sondern um das gemeinsame Erleben und Spaß daran haben.

Ich wünsche dir alles Gute dabei, deine Partnerin an BDSM heranzuführen. Lass dir dabei Zeit, es wird sich lohnen!

Deine
Lady Yve

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